Only bad news is good news

Die UN-Konferenz ging gestern nach langen Vorbereitungen zu Ende und es war ein aufregender, manchmal frustrierender, aber auch für uns erfolgreicher Prozess. Warum erfolgreich werden sich viele fragen? Die Medienberichterstattung und die Resonanz in der Bevölkerung lässt es fast nicht mehr zu, dass man sich traut noch ein paar positive Worte über Rio +20 zu verlieren. Auch Raphael und ich wurden in den letzten Tagen öfter interviewt oder von unseren Daheimgebliebenen nach der Sinnhaftigkeit solcher Konferenzen gefragt. Ein Statement dazu wird von uns nicht eindeutig in eine Richtung ausfallen. Natürlich hätten wir uns von den Forderungen und den Fortschritten mehr erwartet, ist es doch praktisch 5 vor 12 für unsere Umwelt! Jeder, ob die TeilnehmerInnen der Konferenz, die Staats- und Regierungschefs, aber auch die Zivilgesellschaft, weiß, dass noch viel zu tun ist und die Ergebnisse dieses Gipfels in Taten übertroffen werden müssen. Dennoch sehe ich Rio+20 nicht als Ende, nicht als gescheiterte Chance, sondern als Anfang. Ein erneutes Zugeständnis an die prekären Situation in der sich unsere Welt befindet und als Bekenntnis für Umweltschutz und nachhaltigere Entwicklung. In diesen zwei Wochen waren wir so involviert in das Thema wie nie zuvor, unsere Delegation unterstützte und hörte uns, dass allein die Erfahrungen, die wir hier gesammelt haben uns von einem Erfolg sprechen lassen können. Als Jugenddelegierte haben wir uns engagiert, gekämpft und eine Forderung durchgebracht. Als junge Menschen haben wir uns vernetzt, viel gelernt und Zugang zum UN System erhalten, wie das für „Normalsterbliche“ selten möglich ist. Und wir haben gesehen wie schwierig Einigung sein kann, aber auch dass sie möglich ist.

Dieser Beitrag soll keine Lobeshymne auf Rio sein, denn es hätte viel besser ausfallen können und müssen. Aber auch viel schlechter, denn kleine Fortschritte wurden erzielt und sind deshalb Fortschritte. Dass hochrangige Politiker (auch aus den eigenen Reihen) sich entschlossen haben nicht an der Konferenz teilzunehmen ist schade und unserer Meinung nach ein falsches Zeichen. Dass Medien und die Berichterstattung von zu Hause aus von vornherein solche Konferenzen verurteilen, bringt die Menschheit auch nicht weiter. Denn schließlich sind die „United Nations“ ein Forum für alle Nationen, mögen sie auch vielleicht sonst im Krieg, im Streit, oder im Unverständnis für einander sein. Gestern beim Abschlussplenum drehte ich mich um und sah hinter mir Gesichter aus aller Welt versammelt. EntscheidungsträgerInnen von Israel und Palästina bis zum Sudan und dem Süd-Sudan saßen für einen Moment friedlich zusammen und respektierten den anderen. Da wurde mir bewusst, dass globale Zusammenarbeit in gewissem Ausmaß doch noch funktioniert. Und deshalb sind solche Treffen sinnvoll: Denn wo ist das denn heute sonst noch möglich?

The Future we want“, die müssen auch wir mitgestalten, da dürfen wir uns nicht immer auf die Unfähigkeit der PolitikerInnen ausreden…

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